Vor der Operation

Vorbereitung auf die Operation: was Sie für einen sicheren Start wissen sollten

Die Vorbereitung auf einen Eingriff ist nicht nur ein körperlicher Vorgang. Sie ist eine medizinische Beurteilung, in der der aktuelle Gesundheitszustand umfassend analysiert wird. Jedes Detail, auf das dabei geachtet wird, verhindert Schwierigkeiten am Operationstag.

Warum Sie nüchtern bleiben müssen

Die Nüchternheit vor der Operation ist die grundlegendste Sicherheitsregel der Anästhesie. Während der Vollnarkose sind Schutzreflexe wie Schlucken und Husten vorübergehend außer Kraft gesetzt. Befinden sich Speisen oder Flüssigkeit im Magen, kann der Mageninhalt während der Operation in Richtung Speiseröhre zurückfließen (Aspiration).

Dabei können Fremdstoffe in die Lunge gelangen und schwere Atemkomplikationen verursachen. Um dieses Risiko auszuschließen, ist es entscheidend, die vorgegebenen Zeiten strikt einzuhalten: für feste Nahrung in der Regel sechs bis acht Stunden, für Wasser und klare Flüssigkeiten die jeweils genannten Zeiträume.

Warum bei einer Infektion verschoben wird

Ein leichter grippaler Infekt oder eine Erkältung kann während Operation und Narkose unerwartete Risiken schaffen. Bei einer Infektion gilt:

  • Empfindliche Atemwege: Die Infektion macht die Atemwege reaktiver, was das Risiko eines Spasmus (Bronchospasmus) während der Narkose erhöhen kann.
  • Belastung des Immunsystems: Kommt das chirurgische Trauma hinzu, während der Körper eine Infektion bekämpft, kann sich die Genesung verzögern und die Infektion verstärken. Bei planbaren Eingriffen ist deshalb das Ziel, dass die Patientin bei voller Kapazität und in bestmöglichem Zustand operiert wird.

Wechselwirkungen: die unsichtbaren Risiken

Narkosemittel wirken gleichzeitig auf viele Systeme des Körpers. Jedes eingenommene Medikament kann den Plan daher unmittelbar beeinflussen:

  • Blutverdünner: Da sie das Blutungsrisiko erhöhen können, müssen sie vor der Operation für eine bestimmte Zeit abgesetzt oder angepasst werden.
  • Dauermedikation: Manche Blutdruck-, Diabetes- oder Herzmedikamente sollen bis zum Operationsmorgen eingenommen werden, andere können mit der Narkose interagieren.
  • Pflanzliche Präparate: Kräutertees und Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung von Narkosemitteln verändern, die Blutungsneigung erhöhen oder Leberenzyme beeinflussen.

Eine Liste aller Medikamente und Präparate mit Dosis und Einnahmehäufigkeit weiterzugeben, ist deshalb unerlässlich.

Wie der Ablauf gesteuert wird: die Prämedikationsvisite

All diese Vorbereitungen werden in der Anästhesievisite vor dem Operationstag koordiniert. Dabei werden eingehend besprochen:

  • Bestehende Erkrankungen
  • Frühere Narkoseerfahrungen
  • Allergien
  • Die Medikamentenliste

Das Ergebnis ist eine individuell zugeschnittene Narkosestrategie. Sie umfasst jedes Detail, von der Wahl und Dosierung der Medikamente bis zu den eingesetzten Überwachungsverfahren.